Congo: No Borders for Minerals
2026-08-22 , Kino

Am Beispiel der Demokratischen Republik Kongo sprechen wir über Rohstoffabbau, globale Lieferketten und koloniale Machtverhältnisse. Gemeinsam diskutieren wir Ausbeutung, Widerstand und die Frage, wie gerechtere und solidarischere globale Beziehungen aussehen könnten.


Congo: No Borders for Minerals
Die Demokratische Republik Kongo steht beispielhaft für eine Welt, in der Rohstoffe Grenzen nahezu problemlos überschreiten, während die Realität der Menschen vor Ort von Ausbeutung, Gewalt, Armut und eingeschränkter Bewegungsfreiheit geprägt bleibt. Coltan, Kobalt oder Gold aus der Demokratischen Republik Kongo sind zentrale Bestandteile unseres technologischen Alltags und Teil globaler Lieferketten, die weit über nationale Grenzen hinaus funktionieren.
Ausgehend von der Demokratischen Republik Kongo möchten wir gemeinsam darüber sprechen, wie koloniale Geschichte, Rohstoffabbau und globale Machtverhältnisse bis heute zusammenhängen. Warum profitieren andere Teile der Welt von den Ressourcen der Demokratischen Republik Kongo, während die Menschen vor Ort oft kaum davon profitieren? Was bedeutet „No Borders“ in einer Realität, in der Rohstoffe frei zirkulieren, Menschen jedoch nicht?
Das Format besteht aus einem Input zur Demokratischen Republik Kongo, ihren Rohstoffen und globalen Lieferketten sowie einer offenen Diskussion mit den Teilnehmenden. Gemeinsam möchten wir darüber sprechen, wie der Rohstoffabbau in der Demokratischen Republik Kongo mit kolonialer Geschichte, bewaffneten Konflikten und globalen Machtverhältnissen verbunden ist. Während Coltan, Kobalt oder Gold weltweit für Technologien und wirtschaftlichen Wohlstand genutzt werden, profitieren viele Menschen in der Demokratischen Republik Kongo kaum davon und sind stattdessen mit Ausbeutung, Gewalt und prekären Lebensbedingungen konfrontiert.
Darüber hinaus möchten wir die Frage stellen, welche utopischen Vorstellungen in „No Borders No Nations“ stecken und was sie aus der Perspektive der Demokratischen Republik Kongo bedeuten könnten. Wie könnte eine Welt aussehen, in der die Ressourcen des Kongo nicht Grundlage für globale Ungleichheit, sondern für gerechtere Beziehungen und Selbstbestimmung wären? Welche Möglichkeiten für Veränderung, Widerstand und internationale Solidarität gibt es bereits heute?
Ziel ist ein gemeinsamer Austausch über die Verbindung von Rohstoffen, Grenzen und globalen Machtverhältnissen – aber auch darüber, Ressourcen nicht nur als mineralische Rohstoffe zu verstehen. Denn auch Wissen, Widerstand, Solidarität und die Erfahrungen der Menschen vor Ort sind Ressourcen, die oft unsichtbar gemacht werden, obwohl sie zentrale Ausgangspunkte für Veränderung und Selbstbestimmung darstellen.

Wir sind Kesa Kalala und Tamara Mankassa, beide in der Schweiz aufgewachsen und mit Wurzeln in der Demokratischen Republik Kongo. In verschiedenen Kollektiven und politischen Zusammenhängen engagieren wir uns unter anderem dafür, Perspektiven, Stimmen und Themen aus dem Kongo in der Schweiz sichtbarer zu machen und globale Machtverhältnisse kritisch zu thematisieren.